Arbeitsmedizin

Erbracht werden alle Leistungen, zu denen der Betriebsarzt gem. § 3 des Arbeitssicherheitsgesetztes (ASIG) verpflichtet ist, also

1. arbeitsmedizinische Beratung, insbesondere des Arbeitgebers und aller sonst für Arbeitsschutz und Unfallverhütung verantwortlichen Personen. Dieser Personenkreis einschließlich Betriebsarzt trifft sich regelmäßig im Arbeitsschutzausschuss gem. § 11 ASIG.

Beratung erfolgt auch bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen (Gefährdungsbeurteilung), zu der der Unternehmer gemäß Arbeitsschutzgesetz verpflichtet ist.

2. Untersuchung der Beschäftigten
Das sind überwiegend spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen, abgekürzt G für Grundsatz, z.B. G 20 Lärm. Daneben werden allgemeine Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Das sind Untersuchungen für Beschäftigte mit Tätigkeiten ohne konkrete berufsgenossenschaftliche Anforderungen und ohne in anderen Rechtsvorschriften erfassten Gefährdungen. Solche Untersuchungen werden z.B. für Beschäftigte mit Hausmeistertätigkeit durchgeführt.

Um konkrete Anforderungen eines Unternehmens vor Aufnahme der Tätigkeit zu berücksichtigen, werden auch Einstellungsuntersuchungen durchgeführt. Sie sind aber nicht nach berufsgenossenschaftlichen Vorschriften gefordert.

3. Begehung der Arbeitsstätten der Beschäftigen
Um konkrete Vorstellungen von den Arbeitsbedingungen zu haben, besichtigt der Betriebsarzt in regelmäßigen Abständen die Arbeitsplätze. Dabei beobachtet er gleichzeitig die Durchführung des Arbeitsschutzes und gibt ggf. Hinweise zur Verbesserung.

4. Belehrung (so steht es im Gesetz) der Beschäftigten zu einem zweckmäßigen Verhalten, um Gesundheitsgefahren durch die berufliche Tätigkeit zu vermeiden oder zu vermindern.

In der Vergangenheit waren für alle speziellen arbeitmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen und staatlichen Vorschriften Ermächtigungen durch den Landesverband der Berufsgenossenschaften bzw. durch den Landesgewerbearzt vorgeschrieben. Das ist nach der neuen Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) vom 18.12.2008 grundsätzlich nicht mehr erforderlich.

Unabhängig davon können und dürfen die Ärzte des Betriebsarztzentrums insbesondere folgende Untersuchungen durchführen:

G 1.1 Silikogener Staub
G 1.2 Asbestfaserhaltiger Staub
G 1.4 Staubbelastung
G 8 Benzol
G 10 Methanol
G 15 Chrom-VI-Verbindungen
G 20 Lärm
G 23 Obstruktive Atemwegserkrankungen
G 24 Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)
G 25 Fahr-, Steuer- und Überwachungstäigkeit
G 26 Atemschutzgeräte
G 29 Benzolhomologe
G 31.1 Tätigkeit auf Druckluftbaustellen
G 31.2 Taucherarbeiten
G 33 Aromatische Nitro- oder Aminoverbindungen
G 35 Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen
Belastungen
G 37 Bildschirmarbeit
G 38 Nickel oder seine Verbindungen
G 39 Schweißrauche
G 40 Krebserzeugende Gefahrstoffe
G 41 Tätigkeiten unter Absturzgefahr
G 42 Tätigkeiten mit Infektionsgefahr

sowie spezielle Untersuchungen nach Grundsätzen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wie

H 2 Pflanzenschutzmittel
H 8 Arbeiten im Forst
H 9 Baumarbeiten

und für Beschäftigte im Bereich der Holzberufsgenossenschaft

G 88 Lösemittel und Kleber in der Holzwirtschaft

Grundlage für die Untersuchungen sind auch staatliche Verordnungen wie

Bildschirmarbeitsverordnung
Biostoffverordnung
Druckluftverordnung

Jugendarbeitsschutzverordnung
Strahlenschutzverordnung
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Zu den ständigen Tätigkeiten des Betriebsarztzentrums gehören auch

Impfungen

ImpfungenDas betrifft grundsätzlich alle Impfungen, ausgenommen Gelbfieber. Abhängig von der Tätigkeit hat der Arbeitgeber seinen Beschäftigten bei entsprechender Gefährdung Impfungen auf seine Kosten anzubieten. Bekanntestes Beispiel dafür sind die Impfungen gegen Hepatitis B für medizinisches Personal.

Die Kosten für arbeitsmedizinische Leistungen hat immer der Auftraggeber, in der Regel der Arbeitgeber zu tragen. Die allgemeinen Leistungen des Betriebsarztes wie Beratung, Begehung der Arbeitsstätten, Teilnahme an Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses und ähnliches werden vergütet auf der Grundlage von vereinbarten Einsatzstunden und Stundenhonorar.

Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden grundsätzlich zusätzlich berechnet.